Informationen über plastische Chirurgie nach Brustkrebs

Ratgeber Brustrekonstruktion

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Der letzte Schritt: Mikropigmentation der Brustwarze

Was ist das, Mikropigmentation?

Sind Brust und Brustwarze wieder hergestellt, ist die Pigmentierung der Brustwarze der letzte Schritt in der Brustrekonstruktion.

Wie funktioniert Mikropigmentation?

Nachdem die kleinen Hautnarben an der Brustwarze verblasst und vollständig verheilt sind, wird ambulant und in örtlicher Betäubung der Warzenhof durch Mikropigmenation natürlich eingefärbt. Dieser Vorgang ist schmerzfrei.

Passend zur Gegenseite wird zunächst die Form des Brustwarzenhofes auf die Haut aufgemalt. Dann wird der passende Farbton aus einer breiten Palette von Spezialpigmenten ausgewählt.

Mit speziellen Instrumenten und sterilen Einmalnadeln wird nun die oberste Hautschicht angeritzt und dabei gleichzeitig das Pigment dort eingebracht. Da ein Teil des Pigments von der Haut wieder abgeschilfert wird, sind mindestens zwei Pigmentiersitzungen notwendig, manchmal auch mehrere.

Ist so eine Mikropigmentation mit Risiken verbunden?

Die Haut wird bei der Pigmentierung angeritzt, allerdings nur oberflächlich. In seltenen Fällen kann es deshalb zu Nachblutungen, Wundheilungsstörungen oder Infektionen kommen. Möglich sind auch Abweichungen in Form und Farbe zwischen den Brustwarzenhöfen.

Wie lange dauert eine Mikropigmentation?

Eine einseitige Pigmentierung dauert ca. 20 Minuten, werden beide Seiten gemacht, dauert es ca. 35 Minuten.

Was passiert nach der Pigmentierung?

Im Anschluss an die Pigmentiersitzung sieht die Haut aus wie eine oberflächliche Schürfwunde – und verheilt auch wie eine solche.

Zur Förderung des Heilungsprozesses bekommt die Patientin einen Folienverband angelegt, mit dem sie auch duschen kann. Außer Schwimmen kann sie zudem allen sportlichen Aktivitäten nachgehen. Der Verband bleibt drei Tage geschlossen auf der Haut und wird dann von der Patientin selbst abgenommen. Sind die kleinen punktförmigen Verkrustungen trocken, ist kein weiterer Verband notwendig und es bestehen keine Einschränkungen mehr.

Nach etwa drei Wochen sind die Krusten vollständig weg. Nun können Farbe und Form des pigmentierten Brustwarzenhofs überprüft werden.
In der vierten Woche nach der ersten Sitzung erfolgt die zweite Sitzung. Ist die Pigmentierung abgeschlossen, bleibt ein dauerhaftes Ergebnis. In manchen Fällen verblasst die Pigmentierung nach fünf bis zehn Jahren, dann kann nachpigmentiert werden.

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Methoden Brustrekonstruktion

Bei einer Brustrekonstruktion wird unterschieden zwischen einem Aufbau mittels körpereigenem Gewebe (Eigengewebskonstruktion) und einem mittels Fremdmaterialien (Prothesenrekonstruktion), des Weiteren zwischen einer Primär- und einer Sekundärrekonstruktion.

Wird eine Brustrekonstruktion direkt im Anschluss an die Tumorentfernung durchgeführt, so spricht man von einer Primärrekonstruktion. Bei einer Sekundärrekonstruktion findet der Brustaufbau zu einem späteren Zeitpunkt statt.

Bei einer Brustrekonstruktion mit Eigengewebe wird Gewebe aus Unterbauch, Rücken, Gesäß oder Oberschenkelinnenseiten in die Brustregion verpflanzt. Soll ein Implantat eingesetzt werden, wird vorab oft ein sog. Expander eingelegt, der die Haut dehnt und Raum für das Implantat schafft. Ist genügend Gewebe aufgebaut, kann das gewünschte Implantat eingelegt werden.

Eine Brustrekonstruktion kann das Wohlbefinden einer von Brustkrebs betroffenen Frau positiv beeinflussen und damit auch ihre körperliche Situation. Die Entscheidung für oder gegen eine Brustrekonstruktion können Betroffene in Absprache mit Ihrem Arzt klären. Dieser sollte die unterschiedlichen Verfahren sowie deren jeweilige Vorteile und Nachteile allgemein und speziell für seine Patientin ausführlich erläutern – denn nicht für jede Frau sind alle Arten der Wiederherstellung geeignet.

Ein Wiederaufbau kann in manchen Fällen direkt im Anschluss an die Brustoperation, in anderen nach Abschluss der Chemo- oder Strahlentherapie erfolgen. Doch auch Jahre nach der Brustkrebserkrankung ist ein Brustaufbau noch möglich. Wie sich eine Frau entscheidet, liegt letztlich bei ihr.

Für eine Brustrekonstruktion stehen verschiedene Implantate zur Verfügung. In der Regel bestehen diese aus einer Silikonhülle, deren Form und Oberfläche unterschiedlich sein können. Für die Füllung wird meist Silikongel oder, wenn auch nur noch selten, Kochsalzlösung verwendet.

Wie ein Körper auf ein Implantat reagiert, lässt sich nicht vorhersagen. In manchen Fällen kann als Nebenwirkung einer Brustrekonstruktion eine sog. Kapselfibrose auftreten. Das geschieht, weil der Organismus um jeden Fremdkörper, den er nicht abbauen kann, eine Bindegewebskapsel bildet. Zieht sich diese Kapsel mit der Zeit zusammen, verhärtet das Gewebe, und das Implantat kann sich verformen. Eine Möglichkeit, eine Kapselfibrose zu vermeiden, ist, die Hülle der Implantate mit einer speziellen Oberflächenstruktur zu versehen.