Informationen über plastische Chirurgie nach Brustkrebs

Ratgeber Brustrekonstruktion

Informationen über plastische Chirurgie nach Brustkrebs
 
 

Für jeden Typ das richtige Implantat

Verfügbar sind verschiedenste Implantattypen, wobei eines allen Typen aller Hersteller gemeinsam ist: Ihre Hüllen bestehen immer aus Silikonelastomer.

Worin sich die verschiedenen Implantate unterscheiden, sind Form, Oberfläche und Füllung. Füllungen bestehen heutzutage aus isotonischer Kochsalzlösung oder Silikongel.

Die Füllung

Silikongel-gefüllte Implantate sind in Deutschland und Europa der meistverwendete Implanttyp, und zwar sowohl für die Augmentation als auch die Rekonstruktion.

Auf dem neuesten Stand der Technik sind Implantate mit hoch vernetzter Silikongelfüllung, bei denen einerseits das Silikongel durch die Quervernetzung seine anatomische Form bewahrt, und andererseits durch eine sogenannte „Memory“-Funktion bei Verformung wieder in die ursprüngliche Form zurückkehrt.
Die so ausgestatteten Implantate laufen selbst bei einer Verletzung der Hülle nicht aus und sind sogar schnittfest.

Die Oberfläche

Oberflächen stehen in glatt, texturiert oder beschichtet mit Mikropolyurethanschaum (Microthane) zur Verfügung. Der Grund für die verschiedenen Beschichtungen liegt in der Antwort des Körpers auf Fremdkörper:

Als ganz natürliche Reaktion bildet der menschliche Organismus um jeden größeren Fremdkörper eine Bindegewebskapsel. Im weiteren Verlauf dieser Reaktion kann sich diese Kapsel zusammenziehen (kontrahieren), so dass sich eine Verformung des Implantats und u.U. eine schmerzhafte Verhärtung entwickeln. Dies wird Kapselfibrose oder Kapselkontraktur genannt.

Die Neigung der Bindegewebskapsel zu kontrahieren, wird wesentlich durch die Orientierung der Gewebsfasern, aus denen sie besteht, beeinflusst. Je regelmäßiger die Fasern angeordnet sind, um so größer ist das Risiko für eine Kapselfibrose. Um die Bildung einer Kapsel mit regelmäßig angeordneten Fasern um das Implantat zu vermeiden, wird die Oberfläche durch Aufbringung von Microthane oder durch Texturierung der Hülle modifiziert. Hierdurch werden die Fasern der Kapsel in ihrer Orientierung gestört und können sich nicht linear an das Implantat anlagern. Dadurch können sich die Fasern nicht oder nur schlecht zusammenziehen. Fibroseraten von über 50% können so bei MPS-beschichteten Implantaten auf unter 3% gesenkt werden.

Die Form

Die Form von Brustimplantaten wird durch zwei Parameter definiert: – die Basis, also die Fläche, mit der das Implantat auf dem Brustkorb aufliegt – die Wölbung oder Projektion, die gleichmäßig oder anatomisch, außerdem niedrig, moderat, hoch oder extra hoch angelegt sein kann

Verschiedene Hersteller haben unterschiedliche Formen entwickelt, wobei es im Grunde zwei Gruppen gibt:

a) Implantate mit runder Basis und zentraler oder anatomischer Projektion
b) Implantate mit schmaler oder breiter ovaler Basis und anatomischer Projektion

Gleichmäßig gewölbte Implantate eignen sich für die Rekonstruktion einer eher jugendlichen Brust, wohingegen die anatomischen bzw. tropfenförmig gewölbten Implantate der natürlichen Form einer weiblichen Brust bei einer Erwachsenen näher kommen.

Die Basisfläche der Implantate ist variabel, ebenso die Projektion. Diese Vielfalt ist erforderlich, um den individuellen Erscheinungsformen des weiblichen Körpers gerecht werden zu können.

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Methoden Brustrekonstruktion

Bei einer Brustrekonstruktion wird unterschieden zwischen einem Aufbau mittels körpereigenem Gewebe (Eigengewebskonstruktion) und einem mittels Fremdmaterialien (Prothesenrekonstruktion), des Weiteren zwischen einer Primär- und einer Sekundärrekonstruktion.

Wird eine Brustrekonstruktion direkt im Anschluss an die Tumorentfernung durchgeführt, so spricht man von einer Primärrekonstruktion. Bei einer Sekundärrekonstruktion findet der Brustaufbau zu einem späteren Zeitpunkt statt.

Bei einer Brustrekonstruktion mit Eigengewebe wird Gewebe aus Unterbauch, Rücken, Gesäß oder Oberschenkelinnenseiten in die Brustregion verpflanzt. Soll ein Implantat eingesetzt werden, wird vorab oft ein sog. Expander eingelegt, der die Haut dehnt und Raum für das Implantat schafft. Ist genügend Gewebe aufgebaut, kann das gewünschte Implantat eingelegt werden.

Wissenswertes Brustrekonstruktion

Eine Brustrekonstruktion stellt einen chirurgischen Eingriff dar, dessen Ergebnis u. a. von der Erfahrung des Arztes abhängig ist. Daher ist es wichtig, dass Sie sich an einen qualifizierten Arzt wenden, dem Sie vertrauen. Hier erhalten Sie Tipps, wie Sie ihn bzw. sie finden und welche Fragen Sie ihm/ihr stellen sollten. Eine Broschüre dazu können sie gern bei uns anfordern: ioe@polytechhealth.com

Außerdem finden Sie in dieser Rubrik Informationen darüber, was Silikon eigentlich ist (kein Kunststoff), und ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen zum Thema Brustrekonstruktion. Der letzte Schritt bei einer Brustrekonstruktion ist die Pigmentierung der Brustwarze, auch dazu wir haben Ihnen hier ein paar Informationen zusammengestellt.

Eine Brustrekonstruktion kann das Wohlbefinden einer von Brustkrebs betroffenen Frau positiv beeinflussen und damit auch ihre körperliche Situation. Die Entscheidung für oder gegen eine Brustrekonstruktion können Betroffene in Absprache mit Ihrem Arzt klären. Dieser sollte die unterschiedlichen Verfahren sowie deren jeweilige Vorteile und Nachteile allgemein und speziell für seine Patientin ausführlich erläutern – denn nicht für jede Frau sind alle Arten der Wiederherstellung geeignet.

Ein Wiederaufbau kann in manchen Fällen direkt im Anschluss an die Brustoperation, in anderen nach Abschluss der Chemo- oder Strahlentherapie erfolgen. Doch auch Jahre nach der Brustkrebserkrankung ist ein Brustaufbau noch möglich. Wie sich eine Frau entscheidet, liegt letztlich bei ihr.