Informationen über plastische Chirurgie nach Brustkrebs

Ratgeber Brustrekonstruktion

Informationen über plastische Chirurgie nach Brustkrebs
 
 

Beratung ist alles und Implantat ist nicht gleich Implantat

Ein Erfahrungsbericht

»Sie haben ein duktales Karzinom, d.h. einen Tumor in den Milchgängen unter der Brustwarze«, das war die niederschmetternde Diagnose, nachdem man mir im Oktober 1999 eine Gewebeprobe aus der linken Brust entnommen hatte. Im Krankenhaus hat man mir dann schon kurze Zeit später das komplette Drüsengewebe und die Brustwarze operativ entfernt.

Für mich war von Anfang an klar, dass ich so schnell wie möglich wieder eine »normale« Brust haben wollte. Im ersten Schritt habe ich mich für die Rekonstruktion mit Eigengewebe aus dem Latissimus-Dorsi-Lappen (ein Muskel am Rücken) entschieden. Mir wurde zwar gesagt, dass sich der Muskel langsam abbaut, wenn er nicht bewegt wird, aber dass das Ergebnis so unschön werden kann, war mir nicht bewusst. Meine »neue« Brust verlor bereits nach zwei Monaten kräftig an Substanz. Anfangs versuchte ich noch mit Schaumstoffpolstern auszugleichen, aber irgendwann fasste ich dann den Entschluss, mir doch ein Implantat einsetzen zu lassen. Ich wollte einfach ein schönes kosmetisches
Ergebnis, eine natürlich schöne Brust haben.

Im Jahr 2000 lernte ich dann Dr. med Klaus Brunnert (Facharzt für Frauenheilkunde und zertifizierter Senologe/Brustchirurg aus Osnabrück) kennen, der mich umfassend beraten hat. Noch im gleichen Jahr habe ich mich für den Einsatz eines Expanders entschieden, der das Brustgewebe langsam dehnt und sukzessive über ein Ventil aufgefüllt wird. Diesen [Expander] habe ich aber als extrem unangenehm empfunden, ich hatte das Gefühl, als ob er sich innerlich hin und her bewegt und scheuert.

Im Jahr 2003 hat mir Dr. Brunnert dann den Expander entfernt und Silikonimplantate eingesetzt, die mit MikroPolyurethanSchaum (MPS) beschichtet sind und im Langzeitverlauf sehr geringe Komplikationsraten aufweisen. Bis dahin war mir nicht bekannt gewesen, dass es bei einem Implantat nicht nur Unterschiede in Größe oder Form, sondern auch bei der Beschichtung gibt und diese sogar maßgeblich dafür verantwortlich ist, ob ein Implantat sich schmerzhaft verkapselt, sich drehen oder verschieben kann.

Ich bin mit dem kosmetischen und “gefühlten” Ergebnis bis heute absolut zufrieden und rate allen Betroffenen, sich vor dem Brustwiederaufbau frühzeitig durch einen erfahrenen Arzt beraten zu lassen, um unnötige Operationen oder Komplikationen zu vermeiden.

von Heike Warnecke, OP-Schwester in Nordhorn

aus: mamazoneMAG 1/05-2009, mamazone e.V.

Weitere Informationen:

> Ein Bericht zu diesem Thema gab es in der Sendung ARD Ratgeber Technik, in dem Sie zudem sehen können, wie hochwertige Implantate hergestellt werden

> Den umfassenden Erfahrungsbericht einer Schweizerin rund um Verlauf eines Brustkrebs und einer Rekonstruktion finden Sie unter www.brustkrebsverlauf.info

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Für eine Brustrekonstruktion stehen verschiedene Implantate zur Verfügung. In der Regel bestehen diese aus einer Silikonhülle, deren Form und Oberfläche unterschiedlich sein können. Für die Füllung wird meist Silikongel oder, wenn auch nur noch selten, Kochsalzlösung verwendet.

Wie ein Körper auf ein Implantat reagiert, lässt sich nicht vorhersagen. In manchen Fällen kann als Nebenwirkung einer Brustrekonstruktion eine sog. Kapselfibrose auftreten. Das geschieht, weil der Organismus um jeden Fremdkörper, den er nicht abbauen kann, eine Bindegewebskapsel bildet. Zieht sich diese Kapsel mit der Zeit zusammen, verhärtet das Gewebe, und das Implantat kann sich verformen. Eine Möglichkeit, eine Kapselfibrose zu vermeiden, ist, die Hülle der Implantate mit einer speziellen Oberflächenstruktur zu versehen.

Eine Brustrekonstruktion kann das Wohlbefinden einer von Brustkrebs betroffenen Frau positiv beeinflussen und damit auch ihre körperliche Situation. Die Entscheidung für oder gegen eine Brustrekonstruktion können Betroffene in Absprache mit Ihrem Arzt klären. Dieser sollte die unterschiedlichen Verfahren sowie deren jeweilige Vorteile und Nachteile allgemein und speziell für seine Patientin ausführlich erläutern – denn nicht für jede Frau sind alle Arten der Wiederherstellung geeignet.

Ein Wiederaufbau kann in manchen Fällen direkt im Anschluss an die Brustoperation, in anderen nach Abschluss der Chemo- oder Strahlentherapie erfolgen. Doch auch Jahre nach der Brustkrebserkrankung ist ein Brustaufbau noch möglich. Wie sich eine Frau entscheidet, liegt letztlich bei ihr.

Noch besteht die Therapie von Brustkrebs in erster Linie aus einer Operation. In den letzten Jahren ist es aber Ziel der Operation geworden, die Brust weitgehend zu erhalten. Doch nicht immer ist dies möglich, sodass in einigen Fällen die gesamte Brust entfernt werden muss. Für eine Brustrekonstruktion (Wiederaufbau der Brust) stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die Sie auf diesen Seiten in Umrissen erläutert finden.

Unser äußeres Erscheinungsbild kann Einfluss auf unsere Psyche und unser Lebensgefühl haben. So möchten viele von Brustkrebs betroffene Frauen sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt eine Brustrekonstruktion vornehmen lassen. Das Thema Brustaufbau sollte deshalb von vornherein Teil der Therapie sein. Für die Wiederherstellung der Brust stehen mehrere Methoden zur Verfügung, deren Vor- und Nachteile nach der jeweiligen Ausgangslage der Betroffenen bewertet werden sollten.